Hochwassereinsatz Magdeburg Besonderer Einsatz

geschrieben von  Manuel Unruh

Die angespannte Hochwasserlage hält ganz Deutschland in Atem, so auch die Feuerwehr Salzgitter. Seit dem der Wasserstand der Elbe einen bedrohlichen Höchststand erreicht hat, wurden aus der ganzen Nation Feuerwehren zur Hilfe in die Krisengebiete gerufen.

Und als die Stadt Magdeburg den Katastrophenalarm auslöste, wurde über das Innenministerium eine Feuerwehrbereitschaft der Stadt Salzgitter angefordert. Dies geschah am späten Abend des Freitags. Über die Funkalarmempfänger und die Sirenen wurden die Kameraden alarmiert und hatten nun knapp eine Stunde Zeit, um die wichtigsten Kleidungsstücke und Utensilien zusammenzupacken und sich bei der Feuerwehr abmarschbereit zu melden. Aus allen Ortsteilen von Salzgitter kamen die Kameraden, um sich auf dem Hof der Berufsfeuerwehr zu sammeln.

Von dort aus ging es nach einigen aufmunternden Worten vom Stadtrat Ekkehard Grunwald mit 4 Zügen, mit insgesamt knapp 30 Fahrzeugen, in Richtung Magdeburg.

 

Nach der Ankunft in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, wurden die Kräfte von dem Einsatzleiter aus Salzgitter zu der Unterkunft gebracht. In einer Turnhalle einer Schule wurden Feldbetten für die Übernachtung aufgebaut.

Doch die nächtliche Erholung blieb leider aus. Bereits am frühen Morgen wurden die ersten zwei Züge in Einsatzbereitschaft gebracht und machten sich auf dem Weg zur Einsatzstelle.

Nach anfänglichem Anfahren unterschiedlicher Gefahrenpunkte, wurde von der Einsatzleitung des Krisengebietes die Aufgabe des Schutzes einer Umspannstation übertragen. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass eine am Fluss befindliche Umspannstation überzulaufen und damit die Abschaltung des Stroms für Teile von Magdeburg drohte.

 

 

Es wurden Pumpen aufgestellt, die das angestaute Wasser zurück in einen Nebenfluss der Elbe förderten. Des Weiteren wurde der Ausbau eines Deiches fortgeführt. Mit langen Menschenketten wurden Sandsäcke zu den Deichen gebracht und dort eingesetzt. Allerdings ergab sich durch den permanent ansteigenden Wasserpegel, im Laufe des ersten Abends, eine sehr kritische Situation, bei der ein Deichbruch von Fachleuten des THWs und der DLRG als höchst wahrscheinlich prognostiziert wurde.

Lediglich durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte und das rasante Stapeln und Anrichten von Sandsäcken konnte die Situation gebannt werden. Wäre dieser Deich gebrochen, dann wären sowohl die Umspannstation als auch große Bereiche des nördlichen Gewerbegebietes überflutet gewesen.

 

Nach aufregenden und kräftezehrenden Stunden wurden die ersten Einsatzkräfte aus Salzgitter, am Sonntagnachmittag abgelöst. Dieser Austausch geschah mit zwei Reisebussen, die zwischen Salzgitter und Magdeburg pendelten. Doch von Entspannung war auch jetzt noch keine Rede. Durch den anhaltenden Wasserpegel weichten die Deiche zunehmend durch und drohten erneut zu zerbersten. Erneut konnte nur der hohe Einsatz von Personal und Sandsäcken einen Deichbruch verhindern.

 

Erst am Mittag des folgenden Montags entspannte sich die Lage durch den mittlerweile langsam sinkenden Pegelstand. Die Aufrechterhaltung des Deiches konnte nun mit weniger Aufwand betrieben werden, sodass die Kräfte aus Salzgitter die Materialien und das Personal zurück ziehen konnten. Diese erreichten am Montagnachmittag wieder die Heimat und konnten den Hochwassereinsatz in Magdeburg vorerst beenden.

 

Wie sich die Lage entwickelt und ob es einen weiteren Hochwassereinsatz im Bundesgebiet geben wird, ist zur Zeit jedoch noch unklar. Die Feuerwehr Salzgitter bleibt weiterhin in in Alarmbereitschaft.

Einsatzdetails

  • Datum: Freitag, 07 Juni 2013
  • Uhrzeit: 23:53
  • Dauer: 64:00
  • Einsatzstärke: 12
  • Einsatzart: Technische Hilfeleistung
  • Fahrzeuge: MTW, LF 10, LF 2

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